
Austausch einer Absperrklappe im Trinkwassernetz Hüttenfeld: Bauarbeiten in der Lampertheimer Straße
Als Konsequenz aus den kürzlich aufgetretenen Druckschwankungen im Trinkwassernetz von Hüttenfeld muss kurzfristig eine defekte Absperrklappe in...
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Wo kommt eigentlich der Strom her? Hinter dieser profan klingenden Frage verbirgt sich eine höchst komplexe Thematik jenseits der reinen Energieerzeugung. Plötzlich schwirren Fachbegriffe durch den Raum, die bisher allenfalls Energieexperten und Fachwissenschaftlern ein Begriff waren: Trading, Strombörse, Merit-Order, Beschaffungsstrategie … Wir sprechen mit einem, der es wissen muss: Martin Hennig, Bereichsleiter Trading & Bilanzkreismanagement GGEW AG.

Wie man es schafft, den richtigen Strom zu beschaffen
Auf die vielleicht etwas naive Frage, wieso ein Energieund Infrastrukturdienstleister wie die GGEW AG eine Beschaffungsstrategie braucht, reagiert Martin Hennig mit einem Lächeln. Er erklärt uns, dass das wichtigste Bestreben eines regionalen Versorgers sei, eine krisensichere und langfristig stabile, preislich wettbewerbsfähige Energieversorgung zu gewährleisten. Dazu braucht es eine Beschaffungsstrategie. Sprich: Man muss vorher wissen, welchen Strommix man will und wie man den rechtzeitig organisiert. Das Wort „rechtzeitig“ betont er besonders. Denn Energie wird zum Großteil über den Terminmarkt bezogen. Mitunter lange, bevor man sie tatsächlich braucht. Mit dem mittelfristigen Ziel, ausschließlich „echt“ grünen Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen.
Terminmarkt contra Spotmarkt
Neben dem Terminmarkt existiert auch ein sogenannter Spotmarkt. Er ist dazu gedacht, sehr kurzfristige Versorgungslücken zu füllen. Kurzfristig bedeutet hektisch, und starke Schwankungen in beide Richtungen sind die Norm. So oder so sind die Risiken im Tageshandel an der Börse hoch. Zwischen den Jahren 2021 und 2022 hatten die extremen Ausschläge viele Strom-Discounter in die Insolvenz getrieben. Genau deshalb, so erklärt uns Hennig, kauft ein verantwortungsbewusster Energieversorger seine Strommengen mit unterschiedlichen Fristen am Terminmarkt ein. Denn nur der garantiert längerfristige Planungs- und damit Versorgungssicherheit. Man erkennt, dass Hennig kein Freund von unseriösen Anbietern ist, die ausschließlich auf dem Spotmarkt und sehr kurzfristig einkaufen – ohne Planungs- und Versorgungssicherheit. „Das Pendel kann innerhalb eines Tages extrem in die andere Richtung ausschlagen“, sagt er, „oft genügt dazu eine fette Schlagzeile in den Medien.“
Wie werden sich die Energiepreise entwickeln?
Auch Martin Hennig vermag die Zukunft nicht aus der Kristallkugel zu lesen. Er betont aber, dass es das primäre Ziel der GGEW sei, die Strombeschaffung mittelfristig auf rein grünen Strom umzustellen. Für die eigene Produktion gilt dies bereits. Er geht aufgrund der vielfältigen Ausbaumaßnahmen davon aus, dass sich die Energiepreise langfristig auf einem niedrigeren Level stabilisieren werden, das dabei allerdings höher liegen wird als vor der Energiekrise. „Die Märkte werden sich wieder stabilisieren, das liegt in ihrer Natur.“ Das ist eine Botschaft, die wir gerne mitnehmen.

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