
Smart-Meter-Schreiben erhalten? Das sollten Sie wissen
Private Anbieter werben derzeit für den Einbau von Smart Metern. GGEW erklärt, wann Handlungsbedarf besteht, wer betroffen ist und worauf...
Technischer Hinweis:
Aufgrund dringender Wartungsarbeiten stehen unser Kundenportal und der Tarifrechner am Samstag, den 28. Februar vorübergehend nicht zur Verfügung.
Wir bitten um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten.
Woher kommt der Strom aus Ihrer Steckdose? Erfahren Sie, warum sich Strom im Netz vermischt, wie Herkunftsnachweise funktionieren und worauf Sie bei Ökostrom achten sollten.

Stellen Sie sich vor, Sie schalten morgens in Bensheim die Kaffeemaschine ein. Der Strom dafür könnte wenige Sekunden zuvor aus einer Windenergieanlage von GGEW stammen. Vielleicht wurde er aber auch von einer Solaranlage in Süddeutschland erzeugt oder einem Wasserkraftwerk in Skandinavien Ihrem Tarif zugeordnet.
Klingt kompliziert? Tatsächlich steckt hinter jeder Kilowattstunde eine spannende Reise. Denn Strom kennt keine Herkunftsschilder. Viele Menschen möchten wissen, ob der Strom aus ihrer Steckdose tatsächlich aus ihrer Region oder aus erneuerbaren Energien stammt. Die kurze Antwort: nicht direkt. Warum die Herkunft trotzdem wichtig ist und was sie über Ihren Stromtarif aussagt, erfahren Sie in diesem Artikel.
Begleiten wir unsere Kilowattstunde auf ihrem Weg. Vielleicht entsteht sie in einer Windenergieanlage an einem windigen Herbsttag. Vielleicht auf dem Dach eines Unternehmens durch Sonnenenergie. In dem Moment, in dem sie erzeugt wird, beginnt ihre Reise ins Stromnetz.
Und genau dort passiert etwas Überraschendes: Sobald Strom eingespeist wird, vermischt er sich mit allen anderen Strommengen im Netz. Strom aus Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft oder konventionellen Kraftwerken fließt gemeinsam durch das deutsche Verbundnetz.
Wenn Sie später Ihre Kaffeemaschine einschalten, lässt sich deshalb nicht mehr feststellen, aus welcher einzelnen Anlage die Energie ursprünglich stammt. Das ist ähnlich wie bei einem See, in den viele Zuflüsse münden. Nach kurzer Zeit lässt sich nicht mehr sagen, welches Wasser aus welchem Bach stammt. Unsere Kilowattstunde hat uns damit bereits eine wichtige Erkenntnis geliefert: Die Energie in Ihrer Steckdose lässt sich keinem einzelnen Kraftwerk zuordnen.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher wird deshalb eine andere Frage entscheidend: Was sagt die Herkunft meines Stromtarifs darüber aus, welche Energie ich unterstütze?
Der Strom in Deutschland wird aus unterschiedlichen Energiequellen erzeugt. Dazu gehören erneuerbare Energien wie Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft und Biomasse. Gleichzeitig spielen auch konventionelle Energieträger wie Erdgas noch eine Rolle in der Stromversorgung. Alle diese Strommengen werden in das gemeinsame Netz eingespeist. Deshalb kommt der Strom aus Ihrer Steckdose nicht ausschließlich aus einer bestimmten Quelle. Trotzdem ist die Herkunft relevant. Denn sie zeigt, welche Energiequellen hinter einem Tarif stehen und welche Form der Stromerzeugung unterstützt wird.
Wenn sich Strom im Netz vermischt, stellen viele Menschen automatisch die nächste Frage: Macht es dann überhaupt einen Unterschied, welchen Stromtarif ich wähle?
Ja. Denn auch wenn sich die Elektronen im Netz nicht unterscheiden, unterscheiden sich die Unternehmen und Anlagen, die Strom erzeugen und in neue Energieprojekte investieren. Die Herkunft Ihres Stromtarifs sagt also nicht, welche Elektronen aus Ihrer Steckdose kommen. Sie zeigt, welche Art der Stromerzeugung hinter Ihrem Tarif steht und welche Energiequellen unterstützt werden.
Mit Ihrer Tarifwahl entscheiden Sie nicht darüber, welche Elektronen bei Ihnen ankommen. Sie entscheiden darüber, welche Form der Stromerzeugung wirtschaftlich unterstützt wird. Genau deshalb gibt es Stromkennzeichnungen und Herkunftsnachweise.
Damit die Herkunft von Strom nachvollziehbar bleibt, gibt es Herkunftsnachweise. Für jede Megawattstunde Strom aus erneuerbaren Energien wird ein Herkunftsnachweis ausgestellt. Dieser dokumentiert, wann und wo die Strommenge erzeugt wurde.
Man kann sich einen Herkunftsnachweis wie die Geburtsurkunde einer Kilowattstunde vorstellen. Wichtig dabei: Der Nachweis verfolgt nicht die einzelnen Elektronen im Stromnetz. Stattdessen bestätigt er, dass die entsprechende Menge erneuerbarer Energie tatsächlich erzeugt und eingespeist wurde.
Wird ein Herkunftsnachweis für einen Stromtarif verwendet, wird er anschließend entwertet und kann nicht erneut genutzt werden. So wird sichergestellt, dass jede Ökostrommenge nur einmal angerechnet wird. Herkunftsnachweise beantworten also nicht die Frage, welche Elektronen bei Ihnen ankommen. Sie schaffen Transparenz darüber, welche Form der Stromerzeugung Ihr Tarif unterstützt.
Herkunftsnachweise schaffen Transparenz. Sie dokumentieren, dass eine bestimmte Strommenge aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde. Viele Menschen gehen deshalb davon aus, dass alle Ökostromtarife nach demselben Prinzip funktionieren. Tatsächlich gibt es jedoch Unterschiede.
Ein Energieversorger kann Strom beschaffen und die passenden Herkunftsnachweise erwerben, um die Herkunft der Strommenge nachzuweisen. Das ist rechtlich vorgesehen und sorgt dafür, dass erneuerbare Stromerzeugung nachvollziehbar dokumentiert wird. Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher stellt sich darüber hinaus eine weitere Frage: Welchen Beitrag leistet mein Energieversorger selbst zum Ausbau erneuerbarer Energien?
Denn Herkunftsnachweise zeigen, wo Strom erzeugt wurde. Sie sagen jedoch nicht automatisch etwas darüber aus, ob ein Unternehmen selbst in neue Windenergie- oder Photovoltaikanlagen investiert. Deshalb lohnt sich ein Blick hinter den Tarif.
Auf den ersten Blick könnte man denken: Wenn sich ohnehin alles im Netz vermischt, spielt Regionalität keine Rolle. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.
Denn neue Windenergie- und Photovoltaikanlagen entstehen nicht von allein. Es braucht Unternehmen, die investieren, Projekte entwickeln und langfristig Verantwortung übernehmen. Auch GGEW engagiert sich seit vielen Jahren für den Ausbau erneuerbarer Energien. Heute gehören dazu 43 Photovoltaikanlagen und 45 Windenergieanlagen. Gemeinsam verfügen sie über eine Leistung von rund 132 Megawatt und erzeugen jährlich so viel Strom, dass rechnerisch mehr als 81.000 Haushalte versorgt werden können.
Wer sich für einen Stromtarif entscheidet, beeinflusst nicht den Weg einzelner Elektronen. Er beeinflusst aber, welche Energieprojekte wirtschaftlich attraktiv werden und welche Investitionen künftig möglich sind. Regionalität bedeutet deshalb nicht, dass ausschließlich regional erzeugter Strom aus Ihrer Steckdose kommt. Regionalität bedeutet, dass vor Ort in die Energieversorgung von morgen investiert wird.
Kurz zusammengefasst:
Jeder Stromanbieter in Deutschland muss offenlegen, aus welchen Energieträgern sich sein Strommix zusammensetzt. Diese sogenannte Stromkennzeichnung finden Sie auf Ihrer Stromrechnung sowie auf den Internetseiten Ihres Energieversorgers.
Dort sehen Sie unter anderem:
So erhalten Sie einen transparenten Überblick darüber, wie sich Ihr Stromtarif zusammensetzt.
Ob die Energie in Ihrer Steckdose ursprünglich aus einer Windenergieanlage von GGEW, einer Solaranlage in Süddeutschland oder einem Wasserkraftwerk stammt, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Für Ihre Entscheidung ist das aber auch gar nicht entscheidend. Die entscheidende Frage ist nicht, welche Elektronen gerade aus Ihrer Steckdose kommen. Entscheidend ist, welche Form der Stromerzeugung durch Ihren Tarif unterstützt wird.
Mit Ihrer Tarifwahl entscheiden Sie nicht darüber, ob die nächste Kilowattstunde aus einem Windrad, einer Solaranlage oder einem Wasserkraftwerk stammt. Sie entscheiden darüber, welche Energiequellen wirtschaftlich gestärkt werden und welche Unternehmen in neue Windenergie-, Solar- oder andere Energieprojekte investieren können. Deshalb lohnt sich ein Blick auf Stromkennzeichnung, Herkunftsnachweise und die Unternehmen hinter einem Tarif. Sie zeigen, welche Energiezukunft unterstützt wird.

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